jeudi 22 septembre 2011

PHOTOPHONE / TRADUCTION DU TEXTE D'HEIKE EIPELDAUER












Avec les photographies réalisées depuis 2008 avec son téléphone portable (ou photophone), Jean-Paul Dumas-Grillet donne une nouvelle dimension à sa recherche photographique. Parmi les instantanés qu’il recueille au hasard de ses déplacements, il sélectionne quelques images, pour la plupart en noir et blanc, qui seront ensuite retravaillées à l’ordinateur, puis agrandies en grand format. Les œuvres résultant de cette conversion, dans leur monumentalité, aussi bien que par leur présence, ou leur sensualité, s’opposent diamètralement au principe ordinaire de la photographie de téléphone portable. Celles-ci sont, en effet, en parfait décalage avec la révolution opérée par l’usage des photophones qui a introduit un changement radical de notre perception du monde, et de la façon d’en conserver des traces. Le photophone ajoute à sa fonction première de téléphone mobile, qui permet d’être constamment, et en tout lieu joignable, celle d’un appareil-photo numérique que l’on a en permanence avec soi, et qui nous donne le sentiment qu’aucun moment du présent ne peut nous échapper. Le photophone n’est pas destiné à stocker les moments de vie comme souvenirs pour la postérité, mais, plutôt, à capter des impressions rapides qui seront envoyées par mms comme la confirmation à l’autre de notre existence à un moment donné - à moins qu’aussitôt prises elles ne soient supprimées. Dans cette urgence à saisir l’instant, le savoir-faire technique, les réflexions esthétiques, sont secondaires, voire contre-productives. Et c’est désormais une photo bougée d’amateur, s’affirmant sans intention, qui a valeur d’authenticité, est proche de la vie, fait office de vérité. Jean-Paul Dumas-Grillet brise cette illusion, que les images se produiraient presque d’elles mêmes, pour ainsi dire automatiquement, sans passer par un processus de révélation. Tirant profit de la spontanéité intuitive que permet le photophone, il l’utilise comme un prolongement de sa main, saisissant à la manière d’esquisses, des impressions visuelles qui seront le point de départ de son exploration artistique. Par le travail qui s’ensuit sur l’image, la photocopie brute du réel sera revisitée après un temps de latence dans une approche méditative. Dans un lent processus de retouche numérique, Jean-Paul Dumas-Grillet recompose des partie de l’image, efface certains signes trop caractéristiques, accentue ou atténue les rapports entre les espaces, les surfaces, et provoque progressivement une distanciation entre la photographie définitive, qui est une sorte de réapparition, et sa référence au réel. Se souvenant des modèles de composition classique de la peinture, il conçoit ses photographies de portable comme des tableaux de maîtres anciens, mettant clairement en valeur les similitudes structurelles entre la photographie, la peinture, et le cinéma.
Les photographies de Jean-Paul Dumas-Grillet montrent des vues intérieures de bâtiments qui frappent par leur vacuité, anonymes et débarrassés de toute trace humaine. Elles produisent une sorte de repos esthétique, à l’opposé de la photographie de portable, définie particulièrement comme „photo de la vie ordinaire des gens“. Le jeu de la lumière et des ombres rythme le regard, l’agrandissement de la matière première où vibrent les nuances de gris, de blanc, et même de noir, mettent à jour la sensualité de la texture de l’image comme une peau où se graverait le réel en trace de lumière, et ce, en dépit de la prise de vue numérique. Ainsi le réalisme supposé de la photographie est mis en doute, dans ce processus de retouche qui n’est qu’une autre manière de dévoilement, où des espaces en marge de la supposée réalité se manifestent. Fixées à l’instant où le visible semble se retirer, les photographies de portable de Jean-Paul Dumas-Grillet doivent encore leur monumentalité imposante à une concentration essentielle des sensations, comme si l’instantané avait saisi un instant crucial dans lequel tout est contenu.

lundi 1 août 2011

TEXTE ORIGINAL DE HEIKE EIPELDAUER


Jean-Paul Dumas-Grillet entwickelt seine Fotografien in einer Dialektik des Zeigens und Verbergens. Seine konzentrierten, atmosphärisch dichten Bilder der letzten Jahre – es handelt sich um digitale Fotografien, die zwischen 2006 und 2009 entstanden – deuten oftmals den Blick aus dem Fenster an, wobei dieses zumeist als dunkle Rahmung oder als Einfassung durch ein Fensterkreuz angedeutet wird. Spätestens seit der Romantik evoziert das Fenster die subjektive Bedingung einer jeden Beobachtung – wir nehmen die Welt in Bildern wahr. Gleichzeitig hat kaum eine Metapher das Denken über Bilder so geprägt wie Leon Battista Albertis berühmter Vergleich des Bildes mit einem geöffneten Fenster, das den Durchblick auf eine sich jenseits der Bildgrenzen ausdehnende Welt freigibt. Diese Vorstellung geht von einer Transparenz des Bildes aus, die die Überwindung der Materialität des Mediums voraussetzt.
Wie ein Echo der tatsächlichen Bildgrenzen verdoppelt der Fensterrahmen den Bildausschnitt des Fotos als Spalt im Raumkontinuum. Er strukturiert das Blickfeld, dient als Einstieg ins Bild und impliziert den Blick von Innen nach Außen, von einem Kultur- auf einen Naturraum – lichte Schneelandschaften, Meeresoberflächen, amorphe, schwer fixierbare Naturphänomene wie Luft, Licht und Wasser, die optisch nach vorne drängen, um wieder zurückzuspringen. Oder es handelt sich schlichtweg um die karge 50er Jahre-Fassade, die der Münchner Wohnung des Fotografen gegenüberliegt, selbst durch Fenster strukturiert, die unseren „vorgerahmten“ Blick selbstreflexiv spiegeln. In der Schichtung von Rahmungen, Einfassungen und zart nuancierten Flächenformen erreichen die Fotografien zuweilen einen Grad an kompositorischer Bestimmtheit, der an Vorbilder abstrakter Malerei erinnert und von Dumas-Grillets Beschäftigung mit dem Malerischen als Dimension der Fotografie zeugt. Dennoch blitzen im abstrakten Bildgefüge immer wieder Spuren menschlicher Alltagshandlungen auf – so entdecken wir beispielsweise, dass das Fenster der gegenüberliegenden Fassade geöffnet ist.
Dumas-Grillet entwirft seine Fotografien als Wechselspiel von Rahmungen und Durchbrechungen des Rahmens, als sukzessive Verschiebung von Grenzen. Nicht das Fenster als Motiv steht im Mittelpunkt, sondern seine Qualität als Schwelle der Sphären eines Davor und Dahinter, eines Innen und Außen, eines Gesehenen und Ungesehenen, die ihrerseits mit dem fotografischen Medium als vermittelndem „Dazwischen“ korrespondiert. Scheinbar nebensächliche Bilddetails – wie etwa ein Sticker – lenken den Blick auf die Bildoberfläche und fixieren das Paradox einer zugleich gegebenen und entzogenen Sichtbarkeit. Während der Rahmen als Grenze eine rigide geometrische Figur entstehen lässt, fungiert die Bildebene als eine fragile Zone, in der die Spannung zwischen transparenter Oberfläche und dem Schleier des Mediums immer wieder neu beschworen wird. Die Fotografie selbst ist einem Schleier vergleichbar, in seiner ambivalenten Struktur von Ver- und Enthüllen, von Präsenz und Absenz, von Mangel und Begehren. Davon zeugt auch die Begrifflichkeit der Fotografie, die von der Schleier-Metaphorik geradezu durchsetzt ist, wie der Künstler immer wieder betont: so bezeichnet das französische Wort „reveler“ (enthüllen) den Prozess, in dem das Fotopapier aus dem Entwicklerbad genommen und zum Bild wird; „voiler“ (verschleiern) steht für die ungewollte Belichtung, den diffusen Schleier der sich dadurch auf das Fotopapier legt usw. Wenn Dumas-Grillet seine Bildoberflächen zusätzlich mit einer darüber gelegten grauen Schicht eintüncht, so insistiert er darauf, dass der Schleier des Mediums nicht zu lüften ist, sondern im Gegenteil die Repräsentation erst hervorbringt: „La représentation est donc un voile, le voile une représentation.“[1]
Mit seinen Portables erweitert Jean-Paul Dumas-Grillet seine Spurensuche seit 2008 um eine neue Dimension des Fotografischen. Ausgehend von Schnappschüssen mit seiner Handykamera, die er im Bewegungsmodus des Flaneurs unterwegs „einsammelt“, wählt er einzelne Bilder aus, bearbeitet sie anschließend am Computer und entwickelt sie in großformatigen S/W-Abzügen. Das Ergebnis sind Fotografien, die in ihrer Monumentalität und in ihrer starken sinnlichen Präsenz den Prinzipien der Handyfotografie diametral entgegenstehen. Dumas-Grillets Portables antworten auf die Revolutionierung des fotografischen Mediums durch die „Handyfotografie“ – ein epochales Massenphänomen, in dem die Geschichte der Fotografie als eine Beschleunigung des Bildermachens zu kulminieren scheint und das gleichzeitig einen radikalen Wandel in unserer Art und Weise, die Welt zu sehen, uns ihrer zu erinnern, einleitet. Das Fotohandy vereint die Funktion mobiler Erreichbarkeit mit der permanenten Verfügbarkeit einer Digitalkamera und trägt in diesem Sinn das Versprechen absoluter Gegenwart. Handyfotos zielen nicht mehr darauf ab, einzelne Lebensmomente als Erinnerungen für die Nachwelt zu speichern, sondern vielmehr Eindrücke im Vorübergehen einzufangen und gleichsam als Beweis der eigenen existenziellen Gegenwärtigkeit erfahrbar zu machen, um diese nachher allenfalls via MMS mit jemandem zu teilen oder wieder zu löschen. In der Unmittelbarkeit des Schnappschusses mit der Handykamera sind technisches und handwerkliches Know-how oder ästhetische Überlegungen zweitrangig, wenn nicht sogar kontraproduktiv, gilt heute ein amateurhaft verwackeltes, vermeintlich „intentionsloses“ Bild doch gerade als Indiz für Lebensnähe, Authentizität und Wahrhaftigkeit. Dumas-Grillet bricht mit der in der Handyfotografie zum Ausdruck kommenden utopischen Vorstellung, dass Bilder von alleine, gleichsam automatisch ohne mediale Übersetzung hervorzubringen seien. Er macht sich diese intuitive, vor-intellektuelle Beiläufigkeit des fotografischen Aktes zunutze und bedient sich der Handykamera gleichsam als Verlängerung der Hand, um bestimmter visueller Eindrücke habhaft zu werden; diese instrumentellen Fotos setzt er wie Skizzen als Ausgangspunkt seiner künstlerischen Setzungen ein. Durch die anschließende Arbeit am Bild wird aus dem direkten, unmittelbaren Ablichten der Wirklichkeit ein verzögerter, reflexiver Gestus. In einem aufwändigen Prozess der elektronischen Bildbearbeitung retuschiert Dumas-Grillet detailreiche Bildpartien und individuelle Zeichen wie etwa ein Türschild, akzentuiert Form- und Flächenverhältnisse, scharfe und unscharfe Bildpartien neu und führt schrittweise eine Distanzierung der Fotografien von ihrem konkreten Wirklichkeitsbezug herbei. Im Rekurs auf klassische Kompositionsmuster der Kunst gestaltet er seine Handyfotos zu Bildern von altmeisterlicher Kunstfertigkeit, die die strukturellen Ähnlichkeiten zwischen Fotografie, Malerei und Film beleuchten.
Dumas-Grillets Fotografien gewähren Einblicke in architektonische Innen- und Außenräume – Korridore, funktionelle Bauten, die auffallend entleert wirken und eine geradezu asketische Ruhe transportieren, bereinigt von Spuren menschlicher Präsenz und ganz im Gegensatz zur Handyfotografie, die sich überwiegend als „Menschen“-Fotografie definiert, eigentümlich anonym und menschenleer. Das Spiel von Licht und Schatten rhythmisiert den Blick, durch die Vergrößerung des Ausgangsmaterials werden zusätzliche Schichten von Grau, Weiß und Schwarz freigelegt, die den Abzügen eine sinnliche Oberflächentextur verleihen. Trotz der eingesetzten digitalen Techniken evoziert sie die Film-Haut der analogen Fotografie, französisch „pellicule“, in die sich die Realität als Lichtspur einschreibt. Mit dem Verlust dieser indexikalischen Materialität durch die Digitalisierung der Fotografie wird das Wirklichkeitsversprechen der Fotografie nachhaltig in Zweifel gezogen. Die immanente Unbestimmtheit der Portables schafft jene Spielräume und Potentiale, die über die manifeste Realität hinaus auf einen „Möglichkeitssinn“ (Robert Musil) verweisen. Die eindrucksvolle Monumentalität der Fotografien Dumas-Grillets verdankt sich nicht zuletzt jener Zurücknahme von Sichtbarem, die zu einer Essentialisierung und zu einer Verdichtung der schnappschussartigen Eindrücke der Handyfotos in einem entscheidenden Augenblick führt, in dem alles aufgehoben scheint.
Heike Eipeldauer (conservatrice au Kunstforum de Vienne, Autriche)


[1] Jacques Derrida, Glas II: Que reste-t-il du savoir absolu?, Paris 1981, S. 355, zit. nach: Johannes Endres, Barbara Wittmann, Gerhard Wolf (Hrsg.), Ikonologie des Zwischenraums. Der Schleier als Medium und Metapher, München 2005, S. 15.

samedi 11 juin 2011

samedi 2 avril 2011

mercredi 23 mars 2011

jeudi 16 décembre 2010

dimanche 14 novembre 2010

RELIQUES


Une vingtaine des tirages vintage relevés au sélénium du temps
d'Adorae Curieux Zamok dans une boîte Agfa Brovira.

IL Y A BIENTÔT 30 ANS...

La relique se négocie aujourd'hui jusqu'à 750 dollars!

samedi 23 octobre 2010

dimanche 10 octobre 2010